Weber Shandwick

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Weber Shandwick
Branche Public Relations, Öffentlichkeitsarbeit
Geschäftsfelder Brand/Consumer; Corporate; Technology und Digital Communications; Public Affairs; Healthcare
Hauptsitz New York
Lobbybüro Deutschland
Lobbybüro EU
Webadresse www.webershandwick.de; www.webershandwick.com

Mit Sitz in New York und 122 Büros und Filialen in 74 Ländern ist Weber Shandwick eine der führenden Public Relations-Agenturen weltweit. Die AG ist ein Teil der US-amerikanischen Interpublic Group of Companies und gehört in Deutschland zur McCann Worldgroup. In der Bundesrepublik ist die Aktiengesellschaft mit Sitzen in Berlin, Frankfurt, Köln und München vertreten[1][2]. Für die intransparente Kampagne "meine Wahl!" wurde Weber Shandwick zusammen mit dem Bundesverband Medizintechnologie für die Lobbykratie-Medaille 2011 nominiert.

Inhaltsverzeichnis

Kurzdarstellung und Geschichte

Das Unternehmen Weber Shandwick ist ein Ergebnis der Fusion der Weber Public Relations und der Shandwick Worldwide. Im Oktober 1998 wurde Shandwick Worldwide von der Interpublic Group of Companies gekauft und fusionierte kurz darauf mit der Weber Public Relations[3]. Die Interpublic Group of Companies ist ein U.S. Unternehmen dem ebenfalls die Werbeagenturen McCann Erickson Worldwide Group, Ammirati Puras Lintas and The Lowe Group gehört.

Struktur, Geschäftsfelder und Finanzen

Geschäftsführung und Vorstand

Leadership Team

Practice and Regional Leaders

America

Europe, Middle East and Africa

Asica Pacific

Lobbyarbeit: Struktur und Strategien

Fallbeispiele und Kritik

Intransparente Kampagne meine Wahl!

www.lobbykratie-medaille.de

Für die Lobbykratie-
Medaille 2011 nominiert
lobbykratie-medaille.de

In der Bundesrepublik Deutschland sollte 2008 eine Neuregelung im Zuge der Gesundheitsreform Inkraftreten. Krankenkassen sollten dazu verpflichtet werden, die Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln auszuschreiben, um dann mit dem günstigsten Anbieter einen Exklusivvertrag zu schließen. Der Bundesverband Medizintechnologie beauftragte Weber Shandwick damit eine "bundesweite Betroffenen-Bewegung" gegen die Pläne zu organisieren[4]. Um dies zu erreichen machte die Agentur von der Strategie gebraucht, sich mit mehreren Selbsthilfegruppen in Verbindung zu setzen und für die Patienten "schwerwiegende Belastungen" und andere negative Konsequenzen der Reform zu propagieren. In dem Anschreiben[5] der Agentur an die Gruppen wurde auf die Initiative des Wirtschaftsverbandes verwiesen, weshalb die Resonanz zunächst gering blieb.

Mit der Beteiligung von Selbshilfegruppen für Schlafapnoe-Betroffene ("Schnarcher") änderte sich dies. Im Juni 2008 ging die Initiative 'meine Wahl!' an die Öffentlichkeit. In der Selbstdarstellung bezeichnet sich die Initiative als "Zusammenschluss von Menschen mit Behinderungen, Selbsthilfevereinigungen, Hilfsmittelherstellern und Versorgungspartnern"[6]. Im August 2008 waren von insgesamt 67 Unterstützern der Initiative 29 Schnarchergruppen[7], von denen einige laut Website von Sanitätshäusern und Geräteherstellern gesponsert werden[8]. In der Auflistung der Unterstützer wird auch der Bundesverband Medizintechnologie aufgeführt. Es wird jedoch verschwiegen, dass dieser der Initiator und Hauptsponsor des Bündnisses ist.

Während der Kampagne wurden rund 50.000 Flyer verschickt und über 200 Gespräche mit Journalisten geführt[9]. Der Bundestag zog die geplante Neuregelung im Oktober 2008 zurück. Die Ausschreibung von Lieferverträgen wurde zu einer Option und stellt - wie eigentlich vorgesehen - keine Verpflichtung dar.

Der Deutsche Rat für Public Relations beschäftigte sich im Herbst 2010 mit dem Fall. Der Vorwurf lautete, bei den von Weber Shandwick inszenierten Protestaktionen handele es sich um eine "Pseudobürgerinitiative". Das Ergebnis: Weil der Name der Agentur im Impressum und bei der Kontaktanschrift von 'meine Wahl!' aufgeführt worden sei, läge keine Täuschung der Öffentlichkeit vor. Den Beteiligten wurde lediglich der Rat gegeben, Initiatoren, finanzielle Förderer, Mitglieder und Unterstützer auf der Website klar zu benennen[10]. Dem Rat folgte der Bundesverband Medizintechnologie. Das Ziel der Kampagne ist zu diesem Zeitpunkt jedoch erreicht und Zahlen über die finanzielle Beteiligung der einzelnen Partner wurden zwar dem PR-Rat vorgelegt, für die Öffentlichkeit ist dies allerdings immer noch nicht transparent.

Für die Arbeit zur Kampagne 'meine Wahl!' nominierte LobbyControl Weber Shandwick zusammen mit dem Bundesverband Medizintechnologie im November 2011 für die Lobbykratie-Medaille.

Bei Weber Shandwick handelt es sich im Übrigen um einen Wiederholungstäter. Bereits 2006 organisierte die PR-Agentur den Aufbau einer Tarnorganisation, die scheinbar uneigennützig die Zugangsmöglichkeiten zur Krebstherapie verbessern wollte, tatsächlich aber die Interessen des Pharma-Riesen Roche vertrat.[11]

Weiterführende Informationen

Einzelnachweise

  1. Weber Shandwick Global Network www.webershandwick.com, letzter Zugriff 27.10.2011
  2. PR Journal Datenbanken - Weber Shandwick datenbanken.pr-journal.de, letzter Zugriff 27.10.2011
  3. PR Week - Shandwick/Weber In IPG Global Merger www.prweek.com, letzter Zugriff 27.10.2011
  4. "Fast echt betroffen" www.zeit.de, letzter Zugriff 27.10.2011
  5. Anschreiben Weber Shandwick an Selbshilfegruppen] gesundheit.blogger.de, PDF letzter Zugriff 27.10.2011
  6. Über das Aktionsbündis 'meine Wahl!' www.buendnis-meine-wahl.de, letzter Zugriff 27.10.2011
  7. Unterstützer des Aktionsbündnisses 'meine Wahl!' August 2008 www.buendnis-meine-wahl.de, letzter Zugriff 27.10.2011
  8. Danksagung der Selbsthilfegruppen für Schlafnapnoe Nordfriesland Schlweswig Holstein über web.archive.org auf www.schlafnapnoe-nf.de, letzter Zugriff 27.10.2011
  9. Patienteninformationen gewinnen an Bedeutung: "verständlich, nützlich, dialogorientiert" www.bvmed.de, letzter Zugriff 27.10.2011
  10. Deutscher Rat für Public Relations - Beschwerdekammer II - Akte 05/2010 www.drpr-online.de, PDF letzter Zugriff 27.10.2011
  11. Cancer United – Verschleiertes Lobbying der Pharmaindustrie, LobbyControl-Blog vom 27.10.2006, abgerufen am 9.11.2011
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